„Little Secrets“ von M.G. Reyes

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img_20161015_164130483In „Little Secrets – Lügen unter Freunden“ von M.G. Reyes geht es um eine Gruppe von Jugendlichen, die sich (entgegen des Titels) größtenteils nicht kennen und aus den unterschiedlichsten Gründen gemeinsam in eine neue WG ziehen. Der Klappentext verspricht dunkle Geheimnisse unter den sogenannten Freunden, die für alle zu einem gefährlichen Spiel werden…

So viel sei schon einmal gesagt, von Gefahr ist hier bis auf die letzten Seiten nicht viel zu spüren. Die Handlung plätschert nur so dahin, die Dialoge sind größtenteils überflüssig und die enormen Zeitsprünge sollen wohl überbrücken, dass sich die Charaktere in der vergangenen Zeit näher gekommen sind, denn das Geschriebene lässt davon nichts erahnen. Von guten Freundschaften ist aber leider bis zum Schluss nichts zu spüren, denn obwohl sechs Jugendliche auf engstem Raum leben, scheint sich keiner so richtig zu kennen.

Bereits der Einstieg in das Buch ist mir unglaublich schwer gefallen. Die sechs Charaktere werden zunächst zwar alle nach der Reihe vorgestellt, aber in meinen Augen so farblos, dass sie wie ein Einheitsbrei an Jugendlichen erscheinen. Und dabei bleibt es leider das gesamte Buch über auch. Zudem wurden alle sechs aus den unterschiedlichsten Gründen mündig gesprochen und mal ist der Grund gut nachvollziehbar, bei dem ein oder anderen jedoch weniger. Die Autorin hätte sich einen Gefallen getan, wenn alle einfach etwas älter gewesen wären, vor allem, weil die Dialoge auch teilweise nicht altersgerecht formuliert sind, sondern doch eher zu Erwachsenen passen würden.

Eine Sache hat mich an dem Buch ungemein gestört und das ist der selbstverständliche Umgang mit Alkohol und Drogen. Den Abend vor einer Klausur noch vier Gläser Wein trinken? Kein Problem! Mal eben zum gemütlichen Quatschen an einer Bong ziehen? Warum nicht! Für mich ist das ganz und gar nicht akzeptabel und erst recht nicht, wenn ich an die Zielgruppe für solch ein Buch denke…

Letztendlich handelt es sich zudem noch um eine verkappte Trilogie, was dem Leser bis zum Schluss nicht bewusst gemacht wird. Die Handlung bricht mittendrin ab, wenn es endlich einmal verspricht, spannend zu werden. Der Leser wird mit unvollendeten Tatsachen abgespeist, aber ich persönlich hatte mich bereits an diese Umstände gewöhnt, da während des gesamten Buches immer mal wieder Handlungsstränge abbrachen und an keinster Stelle wieder aufgenommen wurden.
Ich werde die Fortsetzung auf jeden Fall nicht lesen, auch, wenn ich eigentlich gerne wüsste, wie es weitergeht. Aber dadurch, dass bis jetzt alle Geheimnisse direkt offengelegt und spätestens zwei Kapitel später aufgedeckt wurden, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass hinter der letzten offenen Frage allzu viel steckt.

Insgesamt bekommt „Little Secrets – Lügen unter Freunden“ von mir noch 2 von 5 Sternen, weil es sich, nach dem schweren Einstieg, recht flüssig lesen ließ und mir die Grundidee sehr gut gefallen hat.


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