„Krähenmutter“ von Catherine Shepherd

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img_20161015_121901930„Krähenmutter“ ist der erste Fall um die Ermittlerin Laura Kern des Landeskriminalamtes. Für mich war es zudem das erste Buch, das ich von der Autorin Catherine Shepherd gelesen habe.
Hier geht es um eine Kindesentführung des reichen Unternehmerpaares Nussbaum, die deshalb mysteriös ist, weil es keine Lösegeldforderung gibt. Zudem wendet sich der Kindesvater untypischerweise an die Presse, wodurch die Ermittler den Eindruck bekommen, dass es sich um eine geplante Entführung handeln könnte, damit Matthias Nussbaum Werbung in eigener Sache machen kann. Als dieser jedoch selbst verschwindet, bekommen Laura und Max Zweifel an dieser Theorie…

Das Thema des Thrillers hat mich sofort angesprochen. Die Möglichkeit, dass die Eltern hinter der Entführung des eigenen Kindes stecken könnten, hat für mich den Reiz des Buches ausgemacht. Leider verflüchtigt sich diese Theorie nicht nur sehr schnell, sie wird auch gar nicht so intensiv aufgenommen, wie zunächst vermutet. Die Mutter des Kindes wird direkt zu Beginn aus dieser Vermutung ausgeschlossen, da sofort klar wird, dass diese unschuldig ist und zudem von den Machenschaften von ihrem Mann keinerlei Kenntnis besitzt. Zudem hat mich von Anfang an die blinde Vernarrtheit in ihren Mann gestört, weshalb auch die Kindesentführung erst zustande kommen konnte. Dadurch nämlich, dass Sophie Nussbaum, während sie einen roten Lippenstift ausprobiert, in Phantasien über die Wiederkehr ihres Mannes schwelgt, ihr Kind völlig vergisst, kann sich jemand anderes problemlos des Kinderwagens bedienen.

Abgesehen davon war mir die Ermittlerin Laura Kern dagegen sehr sympathisch. Zwar handelt es sich auch hier um eine stereotypische Ermittlerin, die selbst schon einmal entführt wurde und damit ihr Päckchen zu tragen hat, aber ihre Ermittlung wird dadurch nicht behindert, sondern ganz im Gegensatz, sie setzt sich mehr als jeder andere für den Fall ein. Was dagegen eher unlogisch erscheint, sind die nächtlichen Joggingausflüge der Ermittlerin. Diese stehen im absoluten Kontrast zu ihren Ängsten.

Zuletzt noch ein paar Worte zu der Schreibweise. Diese ist aus der Sicht des allwissenden Erzählers, der zum Beispiel weiß, wie attraktiv die Ermittlerin auf andere wirkt, obwohl sie selbst unter den Narben ihrer Vergangenheit leidet. Was mich an dem ganzen leider gestört hat, war die ständige Wiederholung der Namen. Anstatt also beispielsweise nach dem Satz „Laura schaffte es…“ den nächsten mit „sie“ zu beginnen, folgt darauf erneut „Laura beschloss…“. Dadurch bin ich regelrecht permanent über die Namen gestolpert. Noch schlimmer war diese Erfahrung mit dem Namen Baby, der natürlich absichtlich verstörend sein soll, aber mich durch die ständige Wiederholung eher anecken ließ.

Alles in allem hatte ich zwar viel Spaß beim Lesen des Buches, weil es sich trotz allem recht flüssig lesen lässt und die Ermittlerin sehr sympathisch ist. Dadurch aber, dass sich das Buch oft selbst die Spannung nimmt, indem Zwischenkapitel aus der Sicht eines vor langer Zeit entführten Kindes bereits viele Hinweise auf die Lösung geben, ist das Ende des Buches alles andere als überraschend und auch die vermeintlichen Wendungen haben mich deshalb leider nicht verwundert. Deshalb vergebe ich für „Krähenmutter“ 3 von 5 Sternen.


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